Zugfahren in Deutschland: Es muss nicht immer nervenaufreibend sein.

Grosse Verspätungen, Ausfälle, vollgestopfte Züge: Wer im Zug nach Deutschland reist, muss eine gehörige Portion Nerven auf Lager haben. Wer einige Regeln befolgt, reist bedeutend entspannter.

Regel Nr. 1: Reservationen lohnen sich doppelt und dreifach

Gerade an Wochenenden platzt der deutsche Fernverkehr aus allen Nähten. Nicht selten verspäten sich Züge aufgrund Überbelegung.

Der Online-Fahrplan wird jeweils erst am Reisetag mit entsprechenden Reservations-Empfehlungen gefüttert. Es empfiehlt sich frühzeitig die Reservation (4.50 Euro pro Platz) abzuschliessen. Auf der Fahrt muss man zwar oft eine Person vom Platz verscheuchen, dass klappt aber meistens ohne grosses Murren oder Widerstand.

Tipp: Der Super Sparpreis 1. Klasse beinhaltet jeweils eine Sitzplatzreservation. Der Aufpreis zur 1. Klasse lohnt sich manchmal allein deswegen.

Regel Nr. 3: Viel Zeit einplanen – wirklich viel!

Die Verbindungen und Fahrzeiten im Online-Fahrplan offenbaren schlanke Anschlüsse und attraktive Fahrzeiten. Sie sind aber alles andere als zuverlässig.

Wer sorglos und entspannt reisen möchte, der stellt sich seine eigene Umsteigezeiten zusammen. Dabei gilt der Grundsatz: Je länger die Fahrzeit, desto grösser muss auch die Umsteigezeit ausfallen. Ein Beispiel:

Basel – Freiburg (Brsg.):
Fahrzeit:ca. 40min
Empfohlene Umsteigezeit:mind. 15min
Basel – Frankfurt:
Fahrzeit:ca. 3h
Empfohlene Umsteigezeit:mind. 1h

Zugegeben: Das macht die Bahn alles andere als attraktiv. Die Unzuverlässigkeit raubt einem aber auch den letzten Nerv. Eine attraktive Schiene zeichnet sich nur zur Hälfte durch attraktive Fahrzeiten aus. Ist die Bahn nicht zuverlässig, so nutzen sie nur die wenigsten freiwillig.

Tipp: Plane Verspätungen bewusst ein. Einen wichtigen Termin oder einen Flug solltest du nicht von einer pünktlichen Bahn abhängig machen. Mit Verspätungen lässt sich sogar spielen: Nicht selten ergeben sich aufgrund von verspäteten Zügen neue, attraktive Reisemöglichkeiten.

Regel Nr. 4: Flexible Tickets nutzen

Im täglichen Bahnchaos ist Flexibilität die halbe Miete. Die selbst eingeplanten grosszügigen Umsteigezeiten erlauben es frühzeitig auf Alternativen umzusteigen. Auf den meisten Hauptstrecken verkehren pro Stunde mehrere Züge in die gleiche Richtung.

Spartickets sind an den jeweiligen Zug gebunden. Die Bindung wir nur aufgehoben, wenn die Verbindung ausfällt oder am Zielort eine Verspätung von mindestens 20 Minuten erwartet wird. Wichtig dabei: Zur Aufhebung benötigt es keinen Stempel und auch keine gezielte Info seitens der DB. Minutenlanges Anstehen am Infoschalter kann man sich also sparen.

In einer ersten Fassung waren die Kulanzregelungen seitens DB anders formuliert. Danke an @SBBsuechtig und @FloEllebrecht für die Ergänzungen.

Flexibilität lohnt sich aber dennoch: Dadurch lassen sich gezielt Verspätungen umgehen. Beispielsweise können Züge genutzt werden, welche aufgrund ihrer Verspätung zu einer attraktiven Alternative werden.

Tipp: Ein Flexticket muss nicht teuer sein. Mit Interrail reist man ab 146 Euro mit dem One Country Pass flexibel durch die Bundesrepublik (Angebot nur möglich für Touristen aus dem Ausland).

Regel Nr. 5: Nicht in Gruppen reisen

Zugfahrten machen deutlich mehr Spass, wenn man sie mit Freunden teilen kann. Wer aber sorglos und unbeschwert reisen möchte, der unternimmt seine Fahrt lieber alleine oder in Begleitung einer Person. Dadurch ist das Bewegen in den grossen Menschenmassen deutlich einfacher.

Wer dann mal auf einen überfüllten Zug trifft, wird sich freuen, wenn er/sie nicht Plätze für vier und mehr Personen suchen muss. Ein Sitzplatz für ein oder zwei Personen findet man deutlich einfacher.

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